Asphaltspuren - Projekt zur Förderung junger Literatur. Literaturzeitschrift für Prosa, Lyrik, und vieles mehr

Projekt zur Förderung junger Literatur

asphaltspuren 20 titel

Thema: Fremdheit

unter anderem mit:

Prosa
Bruderfest von Digo Chakraverty
Raum von Malin Frey
Sand von Gerald Friese
Der Bär von Raimund Hils
Iddir von Benedikt Maria Kramer
Das Bildnis der Fremden von Olaf Lahayne
Nasser Daunensand von Zachi B. Schwarzkopf
Welpenschutz von Nicole Makarewicz
Ich begegne mir kurz von Susanne Mathies
Ei im Haus von Marlene Schulz
Gefangen im Ich von Bärbel Sirrenberg
Anders von Peter Suska-Zerbes
Die Fremde in mir von Katherina Ushachov

Bonusstory
Heimfahrt von Galax Acheronian

Lyik
Neu von Fabian Bönte

der himmel bei tunis von Christoph Danne

raue see von Heike Knaak

der schwarze anzug von Klaus Roth

Schatten von Christoph-Maria Liegener

Die Fremde von Hanna Straßburger

Essay
Fremdheit von Louisa Arendt

Illustrationen
Asphaltspuren 20: Fremdheit, Illustration von Lothar Bauer

Fremd, Illustration von Jan Pelz

Ausverkauft

 

Save the date!

Es ist wieder so weit - Ende August gibt es zwei Asphaltspuren-Lesungen:

28.8.2016, Kunstsinnig e.V. im Café Startklar

13.10.2016, Olive, Feines für die Sinne

Mehr Infos gibt es hier.

Ohne Titel

Der Wecker singt schrill und gellend sein böses Lied. Schon wieder ein Morgen, ein weiterer. Licht leckt mein Gesicht. Ich strecke meinen Körper, dehne meine Glieder. Der Dreck ist entwichen, die Reinigung vom Gewesenen vollzogen. Doch unter der Decke steckt der Teufel. Er liegt mit mir und döst. Liegt noch. Erhebt sich plötzlich. Reckt sich, steht schließlich steif. Er will es jetzt. Der Rest ist noch im Schlummer. Doch der Teufel insistiert. Er weiß, es ist kein Weibchen neben uns im Bett, doch es ist ihm gleich. Selbstbefriedigung: Noch benommen, greife ich zu.

Ingo Bartsch
Blitzaktion Juni 2016: 100-Wörter-Text ohne A


Der kleine Schlummertrunk

Diese verfluchte senile Bettflucht treibt Hetty um vier Uhr früh ins Wohnzimmer. Entschlossen inspiziert sie die Spirituosen im Vertiko. Nur ein kleiner Schlummertrunk. Von jedem ein Schlückchen wird mir sicher guttun. Sie hockt neben den geöffneten Türen, nippt hier und dort. Portwein. Kirschlikör. Sherry. Rumtopf. Bitter. Kümmel – gehört der nich in den Froster? Eierlikör, mmh kösslich. Ein Schlückchen fü mich. Un noch ein Schlückchen fü mich. Unnoch – ei ei ei, diese Solnhofner Fliesn sin doch wiklich zimmich bequem. Richdich kuschlich. Jetz schnell unner den Teppich schlüpfm un schlummern. Ooch, bin ich müüüde. Cchrr, phüh ...

Ruth Gaidas
Blitzaktion Juni 2016: 100-Wörter-Text ohne A


Verführung

Dunkle Schwerelosigkeit schenkt mir seligen Schlummer, doch pulsierende Rhythmen locken mich.
Wiegend spüre ich ihn hinter mir. Seine Hitze in meinem Rücken. Sein Stoppelkinn kitzelt flüsternd mein Ohr. Sein fester Griff um meine Hüfte. Streichelt umschmeichelnd meinen Po. Umschlungen bewegen wir uns im Tempo der Musik. Feurige Lippen finden sich. Küssen gierig. Finger suchen forschend den Weg, erkunden feuchte Tiefen. Liebkosen, pressen, fordern mehr. Ich will ihn. Hier und jetzt. Sofort! Wie eine Erlösung - endlich - sein perfekter Schw
DRRRIIiIiiiiiing!", schrillt mein Wecker.

Tine Sylwa
Blitzaktion Juni 2016: 100-Wörter-Text ohne A


Schweig

Müde, unendlich müde. Mein Mund umschließt die schmutzigrote Gummibirne, die von der Decke pendelt. Der Gummipfropfen verschließt wie ein Knebel meinen Schlund, selbst Luftholen ist mühevoll. Mein Kiefer schmerzt, meine Lider werden schwerer. So müde. Müde bin ich, geh' zur Ruh ... doch es gibt keine Ruhe für mich. Wenn ich einnicke, löst sich mein Biss und ich stürze gefesselt in die Tiefe. Stürze, wenn ich versuche zu sprechen. Ich will schreien – es ist unmöglich. Endlich reift in mir ein Entschluss. Ehe mein Bewusstsein zerrinnt, öffne ich den Kiefer und brülle im Sturz Worte in die Welt, die keiner hören will.

Achim Stößer
Blitzaktion Juni 2016: 100-Wörter-Text ohne A


Linkes Leder

Diese selige Stunde von eins bis zwei, in der sein Bewusstsein zum tiefsten Grunde seines Ichs sinkt, ist ihm heilig.
Wie immer um diese Zeit rollt Ulrich zwei Chefsessel in die richtige Position, legt die Hörer neben die Telefone, schließt die Türen zu und begibt sich zur Ruhe, indem er in einen Stuhl niederplumpst und die Füße hochlegt. Wohlig ergießt sich sein fülliger Körper ins kühle Leder und Ulrich schlummert ein.
Bilder vom Meer, von Wolken, von Möwen entstehen und verwehen bis eine Vollbusige in geblümtem Bikini vorbeischreitet, sich Ulrich umwendet und die Bürostühle ins Driften kommen – Genickbruch.

Moni Schreckenberg
Blitzaktion Juni 2016: 100-Wörter-Text ohne A


Vergessen

Die Dunkelheit legt sich wie ein seidenes Tuch über mich und die Sehnsucht zerreißt mir mein Herz. Die Stunden vor dem Zubettgehen sind die schlimmsten. Es ist ruhig und mir schnürt es die Kehle zu. Keine Luft mehr, weil mir mein gebrochenes Herz in den Ohren dröhnt. Ich verkrieche mich unter meiner Decke und in der Finsternis sehe ich dein Bild. Du streichst mir mit leisen Berührungen über die Schultern und den Kopf, heilst mein gebrochenes Herz. Bis die Sonne sich erhebt, die Müdigkeit vertrieben wird und die Erinnerung zurückkommt. Du wirst nie mehr bei mir sein.

Janina Wölk
Blitzaktion Juni 2016: 100-Wörter-Text ohne A


  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6

Hartznovelle

pregel hartznovelle

Drei Menschen in Berlin, Mitte 30, alle mit abgeschlossenem Studium der Geschichte, zwei davon sogar mit Doktortitel. Und alle leben von Hartz IV. Ganz offensichtlich geht es hier um die immer wiederkehrende und niemals enden wollende Diskussion über Erniedrigung und Demütigung, über Frustration und Auswegslosigkeit, um Scham über und Schuld an dem Phänomen Arbeitslosigkeit.

Weiterlesen ...

Die Stadt hinter dem Dönerladen

guenter die stadt hinter dem doenerladen

Nicki ist ein fünfzehnjähriges Mädchen, die Mutter alleinerziehend, der Vater hat sich noch vor der Geburt abgesetzt. Nickis beste Freundin Jessica ist verschwunden und die Mutter hat sich von Rainer, dem Herzwunschpapa, wie sie ihn liebevoll nennt, getrennt.

Weiterlesen ...

Der Blumenkrieger

heufelder der blumenkrieger

Ludwig Bücherl oder Sujanman, wie er sich selbst nennt, hat schon nach wenigen Seiten meine Sympathie.

Weiterlesen ...

COPYRIGHT BY ASPHALTSPUREN