Projekt zur Förderung
junger Literatur

feimer trophaeen1

Wer lange Sätze mag, wird hier ein Himmelreich finden. Wer noch nie darüber nachgedacht hat, ob er lange Sätze mag, der wird hier erfahren, dass sie ganz wunderbar sein können und dass man beim Lesen nicht mal merken muss, wie lang sie sein können.

Stürzen wir uns also hinein in die langen Wortschlangen, die uns von ihr und ihm erzählen, ganz anders als in allen anderen Büchern, die ich je gelesen habe.
Sie hat eine unschöne, unliebsame, verletzende Vergangenheit und eine Schwester, die sie immer daran erinnert. Sie trifft ihn, der nach Jasmin und Kirschtabak riecht. Er ist Präparator (und Maler) und arbeitet in einem kleinen Laden, in dem es nach Moder und Chemie riecht. Es wimmelt von toten Tieren, von Schatten, von Geheimnissen und in dieser Kulisse spielt ein wichtiger Teil der Handlungen.
Sie schleichen umeinander herum, fühlen sich voneinander angezogen und zögern doch. Sie warten, beobachten, geben ihren Gefühlen freien Lauf, erschrecken, sehnen. Sie teilen eine Dunkelheit, die Geborgenheit schenkt.
Isabella Feimer schreibt eine Geschichte über Gefangensein in Dunkelheit, in Stille, in Nächten der Erinnerung. Es gelingt ihr, zwei Seiten einer Geschichte so unauffällig zu verknüpfen, dass man beim Lesen nicht mal umschalten muss. Wie von selbst fügt sich das, was einer sagt und einer denkt zusammen. Oder was einer sagt und was ein anderer sagt. Selbstgespräche, Rückblicke, alles so leicht ineinandergeflochten, dass man wie ferngesteuert in Gedanken mit verteilten Rollen lesen kann.
Diese feinsinnig erzählte Geschichte ist ein dunkles Gebilde, was nicht heißen soll, dass man beim Lesen nicht auch mal ins Fliegen kommen kann. Die Autorin jongliert mit Satzbau und Sprache und bestimmt so geschickt das Lesetempo. Manchmal dachte ich, mir geht gleich die Luft aus (obwohl ich mich nicht gehetzt fühlte) und dann gab es auch wieder Atempausen, da konnte ich das Buch dann ruhig für den nächsten Tag aus der Hand legen. Geschickt!
Ein sehr, sehr außergewöhnliches Lesevergnügen von knapp 250 kleinen Seiten im handlichen Format. Wer sich gerne auf eine besondere Reise geben möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.

Isabella Feimer, Trophäen, 2015, 251 Seiten, braumueller Verlag, ISBN: 978-3-99200-143-9, 21,90 EUR

Stürzen wir uns also hinein in die langen Wortschlangen, die uns von ihr und ihm erzählen, ganz anders als in allen anderen Büchern, die ich je gelesen habe.

Sie hat eine unschöne, unliebsame, verletzende Vergangenheit und eine Schwester, die sie immer daran erinnert. Sie trifft ihn, der nach Jasmin und Kirschtabak riecht. Er ist Präparator (und Maler) und arbeitet in einem kleinen Laden, in dem es nach Moder und Chemie riecht. Es wimmelt von toten Tieren, von Schatten, von Geheimnissen und in dieser Kulisse spielt ein wichtiger Teil der Handlungen.

Sie schleichen umeinander herum, fühlen sich voneinander angezogen und zögern doch. Sie warten, beobachten, geben ihren Gefühlen freien Lauf, erschrecken, sehnen. Sie teilen eine Dunkelheit, die Geborgenheit schenkt.

Isabella Feimer schreibt eine Geschichte über Gefangensein in Dunkelheit, in Stille, in Nächten der Erinnerung. Es gelingt ihr, zwei Seiten einer Geschichte so unauffällig zu verknüpfen, dass man beim Lesen nicht mal umschalten muss. Wie von selbst fügt sich das, was einer sagt und einer denkt zusammen. Oder was einer sagt und was ein anderer sagt. Selbstgespräche, Rückblicke, alles so leicht ineinandergeflochten, dass man wie ferngesteuert in Gedanken mit verteilten Rollen lesen kann.

Diese feinsinnig erzählte Geschichte ist ein dunkles Gebilde, was nicht heißen soll, dass man beim Lesen nicht auch mal ins Fliegen kommen kann. Die Autorin jongliert mit Satzbau und Sprache und bestimmt so geschickt das Lesetempo. Manchmal dachte ich, mir geht gleich die Luft aus (obwohl ich mich nicht gehetzt fühlte) und dann gab es auch wieder Atempausen, da konnte ich das Buch dann ruhig für den nächsten Tag aus der Hand legen. Geschickt!

Ein sehr, sehr außergewöhnliches Lesevergnügen von knapp 250 kleinen Seiten im handlichen Format. Wer sich gerne auf eine besondere Reise geben möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf der Homepage das generische Maskulinum verwendet. Mit „der Leser“, „der Autor“ und „der Mensch“ sind hier also in jedem Falle Männer und Frauen gemeint.