Projekt zur Förderung
junger Literatur

Es knallt: Berlin 2016

Knallbunt das Treiben, knallvoll die Straße. Knallgelbe Leuchten für die vorweihnachtliche Stimmung. Noch ein Glühwein, dann ab nach Hause mit dem knalligen Knallfrosch in der Geschenktüte. Zum Wohl, auf die Festtage! Es knallt. Dann nichts – wie vor dem Urknall. Das Glühweinglas am Boden, dem knallroten Boden. Tot. Trauer. Terror. In allen Straßen. Warum? Ein durchgeknallter, knallharter Knallkopf: der LKW-Fahrer.

Martina Caluori, Blitzaktion Dezember 2016: Jetzt knallt’s!

Zu Weihnachtskugeln – Knall im Kopf:

Aleppo zerknallt.
Die knallenden Weihnachtskugeln allerdings nicht nur im Kopf,
auch im ganzen zerknallten Körper nach dieser knallharten ›Befreiung‹ durch durchgeknallte Assad und Putin.
Gut, dass sie Alan mit ihren Knallkörpern nicht treffen konnten.
Der war nämlich schon vorher knallfrei ertrunken.
Im knallblauen Mittelmeer, dem ›mare nostrum‹, das ein Friedhof
ist, an dem wir in der herunterknallenden Sonne knallbraun rösten.

Peter Mitmasser, Blitzaktion Dezember 2016: Jetzt knallt’s!

Knechts Sprachfehler

Der Sprachfehler trat erstmals auf, als Knecht auf einen knallgrünen Knallkörper trat. Knallmächtiger Gott, das bedeutete Ausschluss aus dem Knallgäuer Weihnachtschor! ›Knalle Jahre wieder‹ kam knallgemein nämlich nicht gut an. Knallmählich erlöste ihn Knallmut, seine knallerliebste Logopädin, von dem knallgegenwärtigen Sprachfehler. Allerdings derart, dass Knecht fortan gar kein kn mehr herausbrachte. Was zu Missverständnissen führte, wenn er sich vorstellte. Echt.

Christine Farniok, Blitzaktion Dezember 2016: Jetzt knallt’s!

Kavaliersdelikt

Knalleffekt im Prozess Knallerbse gegen Knallfrosch: Dem Angeklagten, der das Gericht durch das Tragen eines knallvioletten Bodystockings provozierte, wurde Ruhestörung durch Türknallen in achtundsiebzig Fällen vorgeworfen. Sein Anwalt plädierte auf Verfahrensniederlegung: Im Vergleich zum Urknall sei das Knallen einer Resopaltür knalltechnisch vernachlässigbar. Zudem habe der beschuldigte Knallkörper, heftig verknallt in die Klägerin, lediglich deren Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen. Lebenslang.

Johanna Wurzinger , Blitzaktion Dezember 2016: Jetzt knallt’s!

Der Oberknaller

Gott saß zufrieden auf seinem knallbunten Ohrensessel und genoss das Spektakel, das er Knall auf Fall initiiert hatte: Überall knallten Knallerbsen durch die Gegend und verteilten sich im Universum – was für ein Urknall! Doch da: Auf einer blauen Erbse hatten diese durchgeknallten Knallköpfe nichts Besseres zu tun, als sich gegenseitig abzuknallen. »Hey!«, schrie Gott. »Hört auf, ihr Knalltüten, sonst knallt‘s!«

Katharina Lankers, Blitzaktion Dezember 2016: Jetzt knallt’s!

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Drei mal Asphalttöne

aspmini Umleitung hieß es bei unserer letzten Blitzaktion. Nun findet Ihr nicht nur die Texte auf dieser Webseite, sondern auch die dazu passende Vertonung durch 1001Buch.

Hört das:

Stefan Müser: Zieh‘ von hinnen!

Dorothée Leidig: Verlorene Apfelkerne

Daniela Daub: Die Umleitung ist der Weg

Wer neugierig geworden ist und etwas mehr über die Kunst des Sprechens erfahren möchte, erhält hier Informationen.

 

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Thema: Fremdheit

unter anderem mit:

Prosa
Bruderfest von Digo Chakraverty
Raum von Malin Frey
Sand von Gerald Friese
Der Bär von Raimund Hils
Iddir von Benedikt Maria Kramer
Das Bildnis der Fremden von Olaf Lahayne
Nasser Daunensand von Zachi B. Schwarzkopf
Welpenschutz von Nicole Makarewicz
Ich begegne mir kurz von Susanne Mathies
Ei im Haus von Marlene Schulz
Gefangen im Ich von Bärbel Sirrenberg
Anders von Peter Suska-Zerbes
Die Fremde in mir von Katherina Ushachov

Bonusstory
Heimfahrt von Galax Acheronian

Lyik
Neu von Fabian Bönte

der himmel bei tunis von Christoph Danne

raue see von Heike Knaak

der schwarze anzug von Klaus Roth

Schatten von Christoph-Maria Liegener

Die Fremde von Hanna Straßburger

Essay
Fremdheit von Louisa Arendt

Illustrationen
Asphaltspuren 20: Fremdheit, Illustration von Lothar Bauer

Fremd, Illustration von Jan Pelz

Ausverkauft

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf der Homepage das generische Maskulinum verwendet. Mit „der Leser“, „der Autor“ und „der Mensch“ sind hier also in jedem Falle Männer und Frauen gemeint.